Die vorbereitete Umgebung - Das Montessori Kinderzimmer

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"Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, 
sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen." 
(Maria Montessori)



Durch die Beschäftigung mit der Montessori Pädagogik verändert sich die eigene Perspektive. Wie ich schon hier beschrieben habe, bedeutet Montessori nicht nur schöne Materialien oder Aktivitäten, sondern ist auch eine innere Haltung. Diese Haltung entspringt einem anderen Blick auf das Kind. Maria Montessori sah das Kind im Kontext seiner Entwicklung hin zur Selbständigkeit. Damit es aber diese erlangen kann, muss es in einem Umfeld aufwachsen, welches ihm die nötigen Rahmenbedingungen gibt. Dies spiegelt sich nicht nur im Umgang mit Kindern wieder, sondern auch in der Errichtung einer Umgebung, die dem Kind Eigenständigkeit ermöglicht. Hierfür hat Maria Montessori den Begriff der vorbereiteten Umgebung geprägt. Darunter versteht sie die Gestaltung eines Raumes, der den persönlichen Interessen und Vorlieben entspricht und dabei die Selbstständigkeit durch Selbsttätigkeit ("Selbsttätigkeit führt zur Selbstständigkeit." Maria Montessori) fördert.
Um all dies zu erreichen, braucht es weder viel Geld, noch müssen zwangsweise neue Möbel angeschafft werden. Es lässt sich auch viel mit vorhandenen Möbeln machen und neu schaffen. 

Ich lade euch nun ein, einen Blick in das Kinderzimmer meiner Kinder zu werfen. 
Auf der Facebookseite der Montessori Entdecker könnt ihr euch noch weitere Anregungen von anderen Bloggern holen.


Die Babyecke 

Mit unserem Zuwachs im Mai, stand ich vor der Herausforderung das Kinderzimmer der zwei älteren Herbstkinder so umzugestalten, dass vorerst alle drei darin eine für sie passende Umgebung vorfinden. Doch diese Lösung wird nur für einige Zeit funktionieren. Da das Zimmer zu klein ist um allen Interessen meiner Kinder gerecht zu werden, bekommt das älteste meiner Kinder in absehbarer Zeit sein eigenes Reich. Vorerst haben wir das drehbare Bett vom Möbelschweden als Hochbett aufgestellt, um somit unten drunter zusätzlichen Raum für das Baby zu schaffen. 


Montessori Mobile
Selbstgestaltetes Mobile aus Styroporkugeln, es ist dem Munari Mobile nachempfunden.
Dieses Mobile hing unterm Hochbett und war an den Lattenrosten befestigt.

Montessori Mobile
Oktaeder Mobile
Montessori Material Säuglinge
Montessori Säuglingsmaterial von Heir+Loom Kids USA

Das war ganz praktisch, da man am Lattenrost die diversen Mobiles befestigen konnte. In zwei Körben stehen einige erste handgefertigte Holzmaterialien für junge Säuglinge bereit, die wir geschenkt bekamen. Das Holzset wurde von Heir+Loom Kids USA hergestellt.  Doch jetzt mit zunehmender Mobilität und wachsendem Interesse an seiner Umwelt, möchte unser Baby mittendrin dabei sein und den nötigen Platz haben um sich zu bewegen und sich hin und her zu drehen. 


Die Bücherecke

So wurde der Bereich unter dem Hochbett als Leseecke umfunktioniert. Die Bücher bewahren wir derzeit noch in einer Sitzbank auf, von der ich aber den Deckel abmontiert habe, damit die Bücher mit Buchrücken nach vorn stehen können. So finden sich die Kinder  besser zurecht. Mit dem zweiten Kinderzimmer werden aber neue Bücherregale einziehen, die das sortieren der Bücher noch übersichtlicher gestalten. Man kann aber eben auch mit Möbeln, die man schon besitzt, trotzdem eine geeignete Umgebung schaffen. 

Montessori Kinderzimmer

Montessori Kinderzimmer
Bücher, die wir derzeit lesen

In der Bücherbank befinden sich derzeit die Bücher, die sich meine Kinder mit Vorliebe anschauen.  Besonders geliebt wird das Buch "Kinder aus aller Welt" von Barnabas und Annabel Kindersley im Zusammenarbeit mit dem UN Kinderhilfswerk UNICEF, Dorling Kindersley Verlag, München 2010.
Die Vorlesebücher stehen im Schlafzimmer, da wir darin alle schlafen. Im oberen Bereich des Hochbett schläft demnach (noch) niemand, es dient mit seinem Baldachin eher als Rückzugsort.



Der Spielbereich


Um den geringen Platz effizient zu nutzen, habe ich zwei Trofastregale vom Möbelschweden als eine Art Raumteiler aufgestellt. Das Regal hat eine schöne Höhe zum Hochziehen für Babies, als auch um daran zu arbeiten und zu spielen. Daher stehen auf ihm auch einige Materialien, die gern im Stehen genutzt werden. In den einzelnen Kisten sind neben den selbstgemachten Farbtäfelchen und Farbkreis auch diverse Spielsachen wie Bausteine, Autos, Holzeisenbahn und Holzsteine in Legostyle. Ich finde dieses Regal gerade für die Unterbringung von kleineren Sachen wie Autos und Züge sehr nützlich. Die Kisten lassen sich von Kindern auch gut rausziehen und Tragen. 

Montessori Kinderzimmer
Trofastregal mit einigen Materialien
Montessori Kinderzimmer
In den Kisten des Trofast-Regals befinden sich u.a. die selbstgemachten Farbtäfelchen
und Holzbausteine von Formknall

Montessori Kinderzimmer
oben: Rosa Turm, Grimms Stufenzählstäbe, Einsatzzylinder
unten: Holzzüge, Holzbausteine in Lego-Optik und Murmelbahn

Kosmische Erziehung Montessori
Die Naturschätze meiner Kinder

Montessori Kinderzimmer

Montessori Material Geometrische Körper
Geometrische Körper mit Vorlagen zum Zuordnen. Die Vorlagen stammen von
Mathemonsterchen.de
Montessori Kinderzimmer
Geografie-Ecke im Regal mit Montessori Globus,Holzpuzzel Deutschland und Europa und Kontinent-Kärtchen
von MamasLearningCorner.com und 
alittlepinchofperfect.com

Montessori Kinderzimmer
Thema Gefühle: Bücher über Emotionen und Emotionskarten von ElternvomMars.com
Sinnesmaterial: Fühlmemory und selbstgemachtes Hörmemory 

Montessori Kinderzimmer
Grimms Regenbogen und Schälchen sowie selbstgemachte Regenbogenmännchen,
mit denen vor allem das mittlere Herbstkind kreativ spielt
Montessori Kinderzimmer
Selbstgemachtes Montessori Alphabet

Montessori Kinderzimmer
In den Körbchen: das Obstgartenspiel, Steckblumen, geometrische Holzfiguren
und magnetische geometrische Figuren

Montessori Kinderzimmer
links: Sandpapierbuchstaben mit kleiner Zaubertafel für Schreibübungen
rechts: Thema Schmetterling (Schichtpuzzel,Bücher, Schmetterlingspuzzel
von ElternvomMars.com
Montessori Kinderzimmer
Links: Unsere Schleichtiere und Tierbücher
Rechts: diverse Musikinstrumente
In den andern zwei Regalen sind in Körben und Holzkisten weitere Spielsachen, Materialien und Instrumente untergebracht. Alle Gegenstände in den Regalen spiegeln die Interessen meiner Kinder wieder und werden immer wieder angepasst. Die Regale hatten ursprünglich Türen, die ich jedoch abgeschraubt habe damit sie besser einsehbar und somit auch für alle Kinder erreichbar sind. 
Es ist aber gar nicht so einfach einen kleinen Raum für alle Interessen zu schaffen, wenn mehrere Kinder verschiedenen Alters sich ein Zimmer teilen. 



Der Kleiderschrank


Damit die Kinder auch an ihre Sachen herankommen, haben wir ein schon vorhandenes offenes Regal mit Türen versehen und dort hinein die Kleidung sortiert. Da mein Sohn mit drei Jahren schon lesen konnte, habe ich die einzelnen Türen beschriftet aber das war bei ihm eigentlich nicht notwendig, weil er sich auf Anhieb merken konnte im welchen Fach was verstaut ist.


 Er hat seine Hälfte des Schrankes aber auch selber eingeräumt. Für seine Schwester werde ich es allerdings doch noch mit Bildchen versehen, da sie sich jetzt immer öfter selbst raussuchen möchte was sie trägt. 



Der Kreativbereich


Meine Kinder haben auf dem Fensterbrett und in der Banktruhe ihren kleinen Kreativbereich. 


Montessori Kinderzimmer
Die Stifte sind nach Farben sortiert

Buchstabenstempel mit roten und blauen Stempelkissen

In der Sitzbank kommen noch einige Dinge unter: Knete, Ausstecher und Nudelholz für
die Knetarbeiten sowie die  Wikki Stix im Koffer

Die Stifte sind in Einmachgläsern farblich sortiert. Und ich bin immer wieder begeistert, dass sie mit den Gläsern sorgfältig umgehen. Bisher ist erst eins zu Bruch gegangen. Wenn mein ältestes Kind sein eigenes Zimmer bekommt, wird sein Kreativbereich auf jeden Fall um einiges erweitert aber jetzt muss er erstmal noch auf wenige Dinge beschränkt bleiben, mit denen sich aber beide am liebsten beschäftigen: Kneten, schneiden, malen, kleben, ausstanzen.



Die Kleine Erfrischung 




Im Zimmer stehen auch immer zwei kleinere Wasserkännchen mit kleinen Tassen auf einem Tablett bereit, damit die Kinder nicht immer nach Trinken fragen müssen, sondern einfach sich selbst bedienen können. Ich habe mich dabei für Kännchen aus Glas entschieden, so dass sie beim Eingießen die Flüssigkeit besser sehen können. 


Ich habe mich bei der Zimmergestaltung bemüht einen Ort zu schaffen, an dem sie sich wohlfühlen und unabhängig tätig sein können. Ich wollte aber auch nicht komplett neue Möbel anschaffen. Ich habe also versucht aus dem, was schon vorhanden war (bevor ich mich intensiv mit Montessori auseinandergesetzt habe) das Beste zu machen. 


Ich hoffe, dass das ein oder andere euch als Inspiration dienlich ist.



Eure Sandra












Montessorientdecker
Ich bin ein #MontessoriEntdecker



        
                   


Kommentare

  1. Hallo Sandra!
    Es ist toll, wie vielseitig und strukturiert du die Materalien anbietest. Brauchen die Herbstkinder viel unterstützung beim Ordnung halten? Es ist ja eine ganze Menge, die Ihnen zur Verfügung steht. Meine drei jüngeren kinder (2einhalb, 4 und gerade 6 jahre) haben ein großes Zimmer zusammen - es wird aber immer vieles gleichzeitig herausgenommen und bespielt, sodass ich das angebot meist stark einschränke.
    Bist du viel mit im Raum, während gespielt wird? Bei uns würden 20 Minuten in der früh nach dem Aufstehen reichen um ein heilloses chaos entstehen zu lassen :-) Im Wohnzimmer bin ich meist in der Nähe, so kann ich dort auch mehr spielzeug und material anbieten.
    Vielleicht hast du ja lust, ein wenig dazu zu schreiben? Habt ihr feste routinen? Bei euch wird sicher auch gerne verschiedenes kombiniert ( was ich toll finde, auch wenn es das ordnung halten erschwert...)
    Danke für deine zeit und die schönen Ideen. Das kleine Dreieck ist ein wunderbarer Tipp!
    Liebe grüße, Christiane

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  2. Danke für deinen Kommentar. Vielleicht sollte ich einen Artikel darüber schreiben, denn das ist gar nicht so schnell und kurz zu beantworten :-) Mittlerweile haben die Kinder zwei Kinderzimmer zur Verfühung, was das Angebot noch übersichtlicher macht. Viele Dinge wurden aufgeteilt, Neues kam hinzu und manches wurde aussortiert. Das Zimmer wie es hier im Artikel war ja für drei Kinder und es war einfach zu viel auf kleinen Raum. Mein ältestes Kind ist unersättlich und braucht viel Input, seine Interessen vielfältig, daher hat er Einiges.
    Manchmal räumen die Kinder von selbst auf, manchmal brauchen sie Begleitung. Ich bin ja immer sehr ordnungsliebend und muss mich dann doch zusammenreißen und ruhig bleiben. Ich lenke dann ein und erkläre, dass wir alle erst einmal aufräumen und Platz und Ordnung schaffen sollten, bevor etwas Neues herausgeholt wird. Und manchmal herrscht eben auch bei uns das Chaos ;-) Ich denke, es ist immer schwierig Kinder, die grade im Flow sind, wegen dem Aufräumen zu unterbrechen. Ich denke, dass das Vorleben auch eine wichtige Rolle spielt. Vielleicht sollte man das ganze Aufräumen auch gar nicnt großartig zum Thema machen und einfach die Kinder einladen zu helfen und auch selbst als Elternteil Ordnung halten.
    Ich muss mal meine Gedanken dazu sondieren und mal schauen ob dann daraus ein ausführlichere Blogartikel entsteht. Danke für deine Anregung :-)

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